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"Post aus Kasachstan": Storytauschlesung mit Thomas Brussig

Am Samstag, dem 23. November 2018, um 17:00 Uhr, beginnt in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin, die Storytauschlesung “Post aus Kasachstan” mit Thomas Brussig.

Bis eben schien die Welt noch in Ordnung zu sein, als ein Brief aus Kasachstan weltweit das Leben vieler Familien in ihren Grundfesten erschütterte. Von einer Minute auf die andere war nichts mehr, wie es vorher war. Eltern waren plötzlich Fremde, Töchter und Söhne wurden zu Kuckuckskindern. Der Gerichtsprozess gegen die Putzfrau Grazyna Lubinski, die für das Vertauschen von Babys auf Entbindungsstationen rund um den Globus verantwortlich gemacht wurde, brachte den Stein erst ins Rollen. Ob er an den Abgrund führte oder als Chance genutzt wurde, entschieden die Betroffenen letztendlich selber, nachdem sie durch einen Brief der Täterin über ihre wahre Identität aufgeklärt und um Absolution gebeten wurden. Lubinski arbeitete im Laufe der Jahre in etwa zwanzig Ländern als Krankenhaus-Putzfrau und hatte vermutlich mehrere hundert Kinder vertauscht. Dabei folgte sie ihrer Mission, die Neugeborenen vor einer Kindheit in Armut und Vernachlässigung bewahren zu wollen. Erst in Kasachstan wurde sie auf frischer Tat ertappt und inhaftiert. Der Prozess erregte weltweit großes Aufsehen, die internationale Presse riss sich um die spektakulärsten Gerichtsreportagen für ihre Schlagzeilen.

Wie geht es für die betroffenen Familien weiter? 

Seit 2011 schreiben die Jugendlichen der Schreibwerkstatt Marzahn und ein Schriftsteller gemeinsam eine Fortsetzungsgeschichte, deren Ende offen ist. Jeder, der möchte, kann Teile der Story verfassen und so die Handlung mit beeinflussen. Der Autor hat mit seinem Text eine lenkende Funktion. Auf diese Art und Weise sind mittlerweile schon acht Bücher entstanden, die immer im November mit einer öffentlichen Lesung ihren Abschluss finden.

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Nun ist zum neunten Mal eine runde Geschichte zu Ende geschrieben worden, die auch zeigt, dass die jungen Autorinnen und Autoren mit ihren Aufgaben gewachsen sind. Das ist in der Hauptsache Thomas Brussig zu verdanken, der in diesem Jahr die Geschicke lenkte. 

Thomas Brussig debütierte als Romanautor 1991 mit “Wasserfarben”. Seinen Durchbruch hatte er mit “Helden wie wir” und “Am kürzeren Ende der Sonnenallee”. In seinen Romanen verarbeitet Brussig auf unterschiedlichste Art und Weise satirisch das Geschehen im damaligen Osten. Seine Bücher wurden bisher in 28 Sprachen übersetzt.

Anmeldung erbeten unter 030 54704142 oder über die Webseite www.berlin.de/bibliotheken-mh

Eintritt frei, Austritt: eine Spende an den Förderverein Stadtbibliothek Marzahn-

Hellersdorf e.V. zur Mitfinanzierung der Veranstaltung.

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